Der pflanzenfressende Rhynchosaurier Hyperodapedon huxleyi. Ein Archosauromorph aus der Obertrias (Carnium) von Indien. von Nobu Tamura unter CC-BY-SA 3.0

Als Dinosaurier noch in der Minderheit waren – hohe Diversität bei den Archosauromorpha

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Archosaurier (die gemeinsame Klade von u.a. Dinosauriern, Pterosauriern und Krokodilen) waren die dominanten Landwirbeltiere während des Mesozoikums und zeigen auch in der Gegenwart mit den überlebenden Krokodilen, und erst recht den Vögeln, eine unglaublich hohe Diversität. Doch begann die große Blüte der Archosaurier frühestens in der Mitteltrias. Während der Trias bevölkerten nämlich noch viele andere Archosauromorphen (Archosaurier und ihre nächsten Verwandten) den Planeten. Die Evolutionsgeschichte dieser Archosauromorphen zu verstehen ist deshalb essentiell für die Betrachtung der späteren Archosaurier.

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Vergleich der Schädel von Hechtcongern (A, mitte, rechts) und Spinosauriden (B, mitte, rechts).
Die Schädel ihrer jeweils nächsten Verwandten (links) sind weniger spezialisiert. aus Vullo et al. (2016) unter CC-BY-SA 4.0

Konvergente Evolution zwischen Spinosauriden und Hechtcongern

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Was sich im Lauf der Evolution einmal bewährt hat, tritt auch eventuell weitere Male auf. Das Phänomen, dass verschiedene Organismen unabhängig voneinander ähnliche Formen oder Verhaltensweisen entwickeln, bezeichnet man als konvergente Evolution. Beispiele dafür sind z.B. die Evolution von Schwanzflossen und ähnlichem bei aquatischen Wirbeltieren (Fische, Wale, Ichthyosaurier, Meereskrokodile etc.) oder zu Grabschaufeln umgebildete Vordergliedmaßen (Maulwürfe, Maulwurfsgrillen). Ein weiteres Beispiel für konvergente Evolution könnte sich nun bei Dinosauriern aus der Familie Spinosauridae finden lassen.

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Ein moderner Riesenmaulhai (Megachasma pelagios). von FLMNH Ichtyology unter CC-BY-SA 4.0
    Ein moderner Riesenmaulhai (Megachasma pelagios). von FLMNH Ichtyology unter CC-BY-SA 4.0

Ältestes Fossil eines Riesenmaulhais

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Er gehört zu den seltensten Haien der Gegenwart. Vom Riesenmaulhai (Megachasma pelagios) wurden seit seiner späten Entdeckung im Jahre 1976 gerade einmal 61 Exemplare beschrieben. Fast so groß wie der berüchtigte weiße Hai (Carcharodon carcharias), sind die seltenen Tiere allerdings keine agilen Räuber, sondern auf Plankton als Nahrung angewiesen. Ähnlich den heutigen Tieren, sind auch Fossilien dieser sonderbaren Haie ziemlich rar. Kenshu Shimada von der DePaul University in Chicago und David Ward von Natural History Museum in London beschreiben jetzt die bislang älteste bekannte fossile Art eines Riesenmaulhais.

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Zwei rezente Bockkäfer auf einer Blütenpflanze.
Zwei rezente Bockkäfer auf einer Blütenpflanze.

Erster fossiler Nachweis für Orchideen bestäubende Käfer

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Zu den populärsten Formen zwischenartlicher Interaktionen dürfte die Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten und andere Tiere gehören. Zwar haben sich die Angiospermen („Bedecktsamer“), zu denen auch Blütenpflanzen gehören, erst im Lauf der Kreide großflächig ausgebreitet, doch gab es wohl davor schon bestäubende Insekten. Diese haben allerdings nicht wie die heutigen Schmetterlinge und Bienen Blütenpflanzen aufgesucht, sondern die deutlich häufigeren Gymnospermen („Nacktsamer“).

Man kann zwar anhand der Morphologien fossiler Pflanzen und Insekten auf das Stattfinden einer Fremdbestäubung durch Tiere schließen, ein direkter Beleg ist das allerdings nicht. Es sei denn, man findet z.B. fossile Insekten, die ihr Pollenpaket noch am Körper geheftet haben. Derartige Insekten hat sich auch George Poinar Jr. angesehen. Und wie soll es bei gut erhaltenen Insekten anders sein, sind diese in Bernstein erhalten.

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Lebendrekonstruktion von Steneosaurus bollensis. von Nobu Tamura unter CC-BY-SA 4.0

Im Kopf eines Meereskrokodils

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Wenn wir in der Paläontologie die Anatomie eines Organismus untersuchen wollen, stehen uns in der Regel nur die Hartteile wie Knochen oder Schalen zur Verfügung. Nur in den allerseltensten Fällen sind auch Reste des Weichgewebes erhalten. Doch benötigt man nicht zwangsläufig direkte Überreste der Weichteile, um deren Ausprägung erkennen zu können. Auch die erhaltenen Hartteile helfen oft indirekt bei der Interpretation. Die Hartteile, in diesem Fall Knochen, haben schließlich auch Stephen Brusatte und Kollegen verwendet, um etwas über das Gehirn und die Schädelgefäße eines sogenannten „Meereskrokodils“ herauszufinden.

Die Meereskrokodile (Thalattosuchia) gehörten wie die heutigen Krokodile, Gaviale und Alligatoren zu der großen Gruppe der Crocodyliformes („Krokodilartige“) und waren vor allem während des Jura weit verbreitet, einige Gattungen hatten sogar bis in die Unterkreide überlebt. Die Thalattosuchia lassen sich zum Großteil in zwei Familien unterteilen: Teleosauridae und Metriorhynchidae. Während die Teleosauriden in ihrem Erscheinungsbild noch eher den heutigen Gavialen glichen und sich zwar durchaus im Meer, aber immer noch in Landnähe aufhielten, waren die Metriorhynchiden deutlich an eine marine Lebensweise angepasst. Wie andere Meeresreptilien ihrer Zeit haben diese Krokodilartigen ihre Gliedmaßen zu Paddeln umgebildet und eine Schwanzflosse entwickelt.

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Rekonstruktion der Wattebene, im Vordergrund der wahrscheinliche Urheber der Megalosauripus-Spuren. Das Rosendiagramm rechts zeigt den bimodalen Verlauf Spuren, die rote Linie makiert die Küstenlinie. aus Razzolini et al. (2016) unter CC-BY-SA 4.0

Fährten von Megalosauriden aus dem Mitteljura von Portugal

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Wissenschaftler um Novella L. Razzolini beschreiben eine neuentdeckte Ansammlung von Spurenfossilien großer fleischfressender Dinosaurier aus dem Mitteljura von Portugal. Insgesamt sind mehr als 700 Stück der dreizehigen Spuren überliefert, die von den Wissenschaftlern dem Ichnotaxon Megalosauripus zugeordnet werden.

Die Fossilien stammen aus einem Kalksteinbruch innerhalb der Serra de Aire Formation im Westen Portugals und haben ein Alter von ca. 167 Mio. Jahren (Bathonium). Die 700 Spuren sind dabei in mindestens 80 verschiedenen Fährten organisiert, welche alle bimodal in Richtung Westen/Nordwesten bzw. Osten/Südosten verlaufen.

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Lebendrekonstruktion von Deinocheirus mirificus.
by Michael B.H. under CC-BY-SA 3.0

Zwei Theropoden in neuem Licht (Teil 2): Deinocheirus

Der zweite Teil zu den zwei „phantomhaften“ Theropoden. Im ersten Teil haben wir uns Spinosaurus  und seine nun noch besser belegte semiaquatische Lebensweise angesehen. Im nun folgenden Artikel soll es um Deinocheirus  gehen.

Deinocheirus – ein historischer Rückblick

Wer sich ein bisschen mit Dinosauriern beschäftigt hat, ist wahrscheinlich schon irgendwann auf den Namen Deinocheirus („Schreckenshand“) gestoßen. Meistens kennt man ihn als großen, kaum bekannten Theropoden, von dem lediglich seine riesigen Arme überliefert sind. Das war auch lange so und erst in den letzten Jahren sind neue Fossilien aufgetaucht, doch werfen wir erstmal einen Blick auf die Forschungsgeschichte von Deinocheirus.

Im Jahre 1965 führte eine Expedition ein Team um Prof. Kielan Jaworowska in die mongoloische Wüste Gobi, genauer in die Nemegt Formation. Die Formation, welche auf die Oberkreide datiert wird, besteht aus Sandstein und ist vor allem für ihre große Dinosaurier-Fauna bekannt, so wurden z.B. die Gattungen Tarbosaurus , Gallimimus  und Nemegtosaurus  ebenfalls dort gefunden. Jaworowska und Kollegen bargen in den oberen Nemegtschichten schließlich die Fossilien von einem großen Dinosaurier, der 1969 von Osmòslka & Roniewicz als Deinocheirus mirificus  erstbeschrieben wurde.

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