Dinosaurier

Früher „dreiäugiger“ Archosaurier glich den späteren Dickschädel-Dinosauriern

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In der Natur können sich im Grunde ähnliche Formen und Verhaltensweisen mehrmals unabhängig voneinander entwickeln. Dieses als konvergente Evolution bezeichnete Phänomen lässt sich bei den verschiedensten Organismengruppen nachweisen, zuletzt z.B. bei Spinosauriern und Hechtcongern. Ein weiteres Beispiel beschreiben jetzt Stocker et al. anhand eines bis dato unbekannten Archosauriformen.

Das bislang einzige bekannte Fossil des Triopticus primus getauften Reptils ist der hintere Teil eines Schädels, der in den texanischen Otis Chalks gefunden wurde und ein Alter von ca. 228-220 Mio. Jahre (frühe Obertrias) aufweist. Aus den Otis Chalks ist auch bereits eine Fülle anderer Archosauromorphen bekannt, darunter Phytosaurier und Aetosaurier. Von diesen unterscheidet sich der neue Triopticus unter anderem durch einen vergrößerten, stark verknöcherten Hirnschädel und seine relativ großen Augehöhlen. Der verknöcherte Hirnschädel besteht aus fünf verschiedenen Höckern, am Hinterhaupt finden sich mehrere knotenartige Strukturen.

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Als Dinosaurier noch in der Minderheit waren – hohe Diversität bei den Archosauromorpha

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Archosaurier (die gemeinsame Klade von u.a. Dinosauriern, Pterosauriern und Krokodilen) waren die dominanten Landwirbeltiere während des Mesozoikums und zeigen auch in der Gegenwart mit den überlebenden Krokodilen, und erst recht den Vögeln, eine unglaublich hohe Diversität. Doch begann die große Blüte der Archosaurier frühestens in der Mitteltrias. Während der Trias bevölkerten nämlich noch viele andere Archosauromorphen (Archosaurier und ihre nächsten Verwandten) den Planeten. Die Evolutionsgeschichte dieser Archosauromorphen zu verstehen ist deshalb essentiell für die Betrachtung der späteren Archosaurier.

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Konvergente Evolution zwischen Spinosauriden und Hechtcongern

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Was sich im Lauf der Evolution einmal bewährt hat, tritt auch eventuell weitere Male auf. Das Phänomen, dass verschiedene Organismen unabhängig voneinander ähnliche Formen oder Verhaltensweisen entwickeln, bezeichnet man als konvergente Evolution. Beispiele dafür sind z.B. die Evolution von Schwanzflossen und ähnlichem bei aquatischen Wirbeltieren (Fische, Wale, Ichthyosaurier, Meereskrokodile etc.) oder zu Grabschaufeln umgebildete Vordergliedmaßen (Maulwürfe, Maulwurfsgrillen). Ein weiteres Beispiel für konvergente Evolution könnte sich nun bei Dinosauriern aus der Familie Spinosauridae finden lassen.

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Fährten von Megalosauriden aus dem Mitteljura von Portugal

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Wissenschaftler um Novella L. Razzolini beschreiben eine neuentdeckte Ansammlung von Spurenfossilien großer fleischfressender Dinosaurier aus dem Mitteljura von Portugal. Insgesamt sind mehr als 700 Stück der dreizehigen Spuren überliefert, die von den Wissenschaftlern dem Ichnotaxon Megalosauripus zugeordnet werden.

Die Fossilien stammen aus einem Kalksteinbruch innerhalb der Serra de Aire Formation im Westen Portugals und haben ein Alter von ca. 167 Mio. Jahren (Bathonium). Die 700 Spuren sind dabei in mindestens 80 verschiedenen Fährten organisiert, welche alle bimodal in Richtung Westen/Nordwesten bzw. Osten/Südosten verlaufen.

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Was wissen wir wirklich? Ein verzerrtes Bild von prähistorischen Tieren

Wenn man sich mit ausgestorbenen Tieren beschäftigt, stößt man oft an Grenzen. Man kann sie nicht beobachten, ihre Verhaltensweisen nicht studieren. Ist eine Art erst in historischer Zeit ausgestorben hat man vielleicht noch Bilder oder Filmaufnahmen oder zumindest Berichte von Menschen, die noch lebenden Exemplaren begegnet sind. Schwieriger wird es bei prähistorischen Tieren, die ausstarben lange bevor die ersten Menschen auftauchten. Von diesen Arten haben wir, wenn überhaupt, oft nur spärliche Überreste, meist Hartteile wie Knochen oder Schalen, die sich durch Fossilisation bis heute erhalten haben. Solche fossilen Skelette und Abdrücke verraten uns viel über die anatomischen Eigenschaften, Bewegungsmöglichkeiten (siehe z.B. hier), oft auch etwas über die Ernährungsweise (z.B. hier)  und die Fortbewegung eines Tieres.

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Neuer Kopfschmuck für Edmontosaurus regalis

Meinen Einstiegspost möchte ich einem eigentlich schon recht lange bekannten Dinosauriern widmen, nämlich Edmontosaurus regalis einem Vertreter der Hadrosauridae, umgangssprachlich auch „Entenschnabel-Dinosaurier“ genannt, welche während der Kreidezeit auf verschiedenen Kontinenten, vor allem  Nordamerika und Asien, verbreitet waren.

Hadrosauriden waren große pflanzenfressende Dinosaurier, die sich meist vierbeinig fortbewegten. Ihre Größe variierte von relativ kleinen Arten wie dem etwa sechs Meter langen Bactrosaurus bishin zu gigantischen über 15m langen Vertretern wie Shantungosaurus bzw. Huaxiaosaurus. Charakteristisch für Hadrosauriden sind außerdem die vielfältigen knöchernen Kämme, die teils eine Zapfenform, teils aber auch eine eher helmartige Erscheinung hatten.

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