Jura

Im Kopf eines Meereskrokodils

Dieser Beitrag ist auch auf GeoHorizon erschienen.

Wenn wir in der Paläontologie die Anatomie eines Organismus untersuchen wollen, stehen uns in der Regel nur die Hartteile wie Knochen oder Schalen zur Verfügung. Nur in den allerseltensten Fällen sind auch Reste des Weichgewebes erhalten. Doch benötigt man nicht zwangsläufig direkte Überreste der Weichteile, um deren Ausprägung erkennen zu können. Auch die erhaltenen Hartteile helfen oft indirekt bei der Interpretation. Die Hartteile, in diesem Fall Knochen, haben schließlich auch Stephen Brusatte und Kollegen verwendet, um etwas über das Gehirn und die Schädelgefäße eines sogenannten „Meereskrokodils“ herauszufinden.

Die Meereskrokodile (Thalattosuchia) gehörten wie die heutigen Krokodile, Gaviale und Alligatoren zu der großen Gruppe der Crocodyliformes („Krokodilartige“) und waren vor allem während des Jura weit verbreitet, einige Gattungen hatten sogar bis in die Unterkreide überlebt. Die Thalattosuchia lassen sich zum Großteil in zwei Familien unterteilen: Teleosauridae und Metriorhynchidae. Während die Teleosauriden in ihrem Erscheinungsbild noch eher den heutigen Gavialen glichen und sich zwar durchaus im Meer, aber immer noch in Landnähe aufhielten, waren die Metriorhynchiden deutlich an eine marine Lebensweise angepasst. Wie andere Meeresreptilien ihrer Zeit haben diese Krokodilartigen ihre Gliedmaßen zu Paddeln umgebildet und eine Schwanzflosse entwickelt.

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Fährten von Megalosauriden aus dem Mitteljura von Portugal

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Wissenschaftler um Novella L. Razzolini beschreiben eine neuentdeckte Ansammlung von Spurenfossilien großer fleischfressender Dinosaurier aus dem Mitteljura von Portugal. Insgesamt sind mehr als 700 Stück der dreizehigen Spuren überliefert, die von den Wissenschaftlern dem Ichnotaxon Megalosauripus zugeordnet werden.

Die Fossilien stammen aus einem Kalksteinbruch innerhalb der Serra de Aire Formation im Westen Portugals und haben ein Alter von ca. 167 Mio. Jahren (Bathonium). Die 700 Spuren sind dabei in mindestens 80 verschiedenen Fährten organisiert, welche alle bimodal in Richtung Westen/Nordwesten bzw. Osten/Südosten verlaufen.

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